Der Homo Oeconomicus und die Europawahl

In den letzten Tagen habe ich mir die Europawahl vom letzten Sonntag durch den Kopf gehen lassen. Was ich wirklich erbärmlich fand, war die geringe Wahlbeteiligung. Was für ein geringes Politikinteresse in Deutschland vorherrscht. Viele werden sich wohl gesagt haben, dass diese Wahl unwichtig ist, doch sollte man nicht außer Acht lassen, dass mittlerweile mehr Entscheidungen in der Europäischen Union getroffen werden, als in den nationalen Parlamenten.

Na ja, die Wahl bringt mich dazu einen weiteren Begriff aus der Volkswirtschaft zu erklären. Den Homo Oeconomicus. Der Homo Oeconomicus ist keine Evolution des Homo Sapiens, sondern bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen (fiktiven) Akteur, der eigeninteressiert ist, rational handelt, seinen eigenen Nutzen maximiert, feststehende Präferenzen hat und über vollständige Informationen verfügt. Dieser Homo Oeconomicus wurde in der klassischen und neoklassischen Wirtschaftstheorie dazu benutzt gesellschaftliche Makrophänomene und nicht individuelles Verhalten zu erklären.

Die Europawahl

Wie komme ich jedoch von der Europawahl zum Homo Oeconomicus? Eine Entscheidung des Homo Oeconomicus ist zum Beispiel, dass er bei großen Wahlen, wie zum Beispiel der Bundestagswahl oder der Europawahl, nicht wählen geht. Wieso macht er dies? Wegen der Beschränkung, dass er nur rational handelt. Da er weiß, dass sehr viele Menschen wählen gehen, weiß er, dass seine Stimme so gut wie keinen Einfluss auf das Ergebnis hat, deswegen lässt er es bleiben.

Homo Oeconomicus

Vielleicht haben am letzten Wochenende viele Bürger wie der Homo Oeconomicus gedacht, aber ich denke, dass die Menschen viel eher politikverdrossen sind oder sich einfach nicht dafür interessieren. Einige werden jetzt sagen, dass sie nicht wissen, wen sie wählen sollen, doch das lasse ich nicht zählen. Wenn dies der Fall ist, dann gibt man im Wahllokal halt einen ungültigen Wahlschein ab. Leider haben nicht viele Bürger diese Auffassung aber dies ist leider auch eine Wahl, die sie treffen können. Das finde ich sehr schade, denn in der Vergangenheit sind viele Menschen dafür gestorben, dass wir heute das Recht haben zu wählen. Die Wahl heißt nicht umsonst die Bürgerpflicht.

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