Begriff: natürliche Arbeitslosenquote

Bevor ich mit meinen Ausführungen zur Phillipskurve fortfahre muss ich vorher noch den Begriff der natürlichen Arbeitslosigkeit erklären, den Friedman und Phelps geprägt haben. Dieser Begriff ist leider nicht gut gewählt, denn sicherlich stoßen sich welche an diesen Begriff. Was ist an Arbeitslosigkeit natürlich? Legt diese Bezeichnung etwa nahe, dass dieses Niveau der Arbeitslosigkeit wünschenswert oder unvermeidlich ist?

Schauen wir uns doch noch einmal an in welchen Kontext Friedman und Phelps diesen Begriff benutzen. Laut ihnen ist die natürliche Arbeitslosenquote diejenige, zu der die Volkswirtschaft langfristig neigt. Ob diese Quote die gesellschaftspolitisch wünschenswerte Quote ist, bleibt eine andere Frage.

Das Gute ist, dass die natürliche Arbeitslosenquote keine Konstante ist. Sie kann sich über die Zeit verändern. Was sind also die Faktoren, die dieses natürliche Arbeitslosenniveau beeinflussen? Nehmen wir zum Beispiel an, dass eine Gewerkschaft gegründet wird, die sich für die Arbeitskräfte in einem neuen Berufsfeld einsetzen und dabei von ihrer Marktmacht gebrauch macht. Hierdurch wird für einen Teil der Beschäftigten der Reallohnsatz über das Gleichgewichtsniveau erhöht. Es kommt also zu einem Überangebot an Arbeitskräften und dadurch zu einer höheren natürlichen Arbeitslosenquote.

Man sieht also, dass die natürliche Arbeitslosenquote nicht natürlich heißt, weil sie gut wäre, sondern weil sie außerhalb des Einflusses der Geldpolitik liegt.

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